Weiter geht es in die 18th Street West. Hier gibt es neben Läden mit Photobedarf für Steffen drei tolle Papeterien. Und die haben wirklich alles. Tolles Papier, Buchbinder-Bedarf, ausgefallenes Brief- und Geschenkpapier, witzige Büroartikel, Bastelbedarf etc. Ich bin erstmal beschäftigt.
Wir laufen zurück zum Union Square, um mit der U-Bahn Richtung Down Town zu fahren. An der tkts Ticketbude (meist zu 50% reduzierte Karten für den gleichen Tag) kaufen wir 2 Tickets für das Musical “Leap of Faith”. Die beiden Karten kosten uns zusammen 132$, also 100 Euro. Es ist eine Preview, d.h. die offizielle Premiere war noch nicht, aber was wir schon im Internet darüber lesen können klingt ganz gut.
Mittagessen gibt im Food Court des South Street Seaport. Hier hatte ich 2004 mein erstes Chicken Teryaki gegessen und hatte es noch in bester Erinnerung. Deshalb habe ich es wieder bestellt. Aber die Erinnerung war wohl das Beste daran. Jetzt werde ich in meinem Vegetarier-Alltag nur noch die Rinderrouladen meiner Mutter und die Fischbrötchen am Emder Hafentor vermissen. Naja, und vielleicht noch die “Fried Shrimp Combo” mit Jacobsmuscheln aus dem AJ´s auf Tybee Island, Georgia, von dem ich später berichten werde.
| Ein neuer Wolkenkratzer bereichert die New Yorker Skyline |
Wir laufen wieder zu U-Bahn (deshalb haben wir auch trotz opulenter Mahlzeiten und Fastfood im Urlaub nicht zugenommen; wir mußten immer viel laufen) und fahren zur 34th Straße. Steffen geht zu B&H, dem Fotofachgeschäft in NY. Es ist riesig und wird von orthodoxen Juden betrieben. Ich gehe zu Macys, um ein paar Schuhe zu kaufen. Direkt am Eingang werde ich von jemandem namens Sam angesprochen. Er hält mich zunächst für eine Holländerin, erzählt mir dann, dass er schon 2 mal in Deutschland war, und wollte dann ein Date. Oder wenigstens einen Kaffee zusammen trinken. Nach ein paar Minuten hat er verstanden, dass sich der Einsatz nicht lohnt und zieht davon. Ich konzentriere mich auf den Macys Lageplan. Blöderweise wird gerade eine Etage renoviert. Aber nach insgesamt 15 Minuten ist es mir doch gelungen, die richtige Etage im richtigen Gebäude zu finden.
Nun war an diesem Tag großer Shoe Sale bei Macys und es gab üppige Prozente. Deshalb sah die ganze Abteilung aus wie einmal explodiert und dann noch umgepflügt. Ein paar Sneaker nach meinem Geschmack konnte ich auch nicht entdecken und für High Heels u. ä., auf denen die New Yorkerinnen quasi auf die Welt kommen fehlt mir der sportliche Ehrgeiz.
Vor dem Macys warte ich auf Steffen. Im Macys gibt es inzwischen Feueralarm und alle Kunden müssen das Geschäft verlassen. Es war aber wohl nichts Ernstes.
Wir laufen den Broadway hoch und kommen zum Visitor Center am Times Square. Hier gibt es nicht Interessantes zu entdecken, aber sie haben eine öffentliche Toilette und das ist in NY immer viel wert.
Nach einer kurzen Pause auf der Treppe am Times Square laufen wir durch die 47th Street. Hier ist zwischen der 5th und der 6th Avenue der Diamond Distrikt. Juweliere, Gold- und Diamantenhändler haben hier ihre Geschäfte. Wenn wir in die Schaufenster schauen, dann winken uns die attraktiven Verkäuferinnen zu und versuchen, uns ins Geschäft zu locken. Es erinnert uns sehr an die Professionellen in Amsterdam, die ihren potenziellen Freiern zuwinken.
Jetzt führt uns unser Weg zur Grand Central Station. Immer wieder beeindruckend. Besonders der Unterschied von der eleganten, großen mit viel Marmor ausgestatteten Haupthalle mit der tollen Deckenbemalung zud den abgeranzten Bahnsteigen an den Seiten der Halle. Wir besuchen noch den neuen Apple Store den es jetzt dort gibt und ich checke meine Mails und verschicke ein paar Lebenszeichen.
Wir bummeln wieder Richtung Theater District, machen eine Pause im Bryant Park und landen schließlich in der 9th Avenue in der Schlange vor dem Shake Shack, einem Burgerrestaurant. 2009 haben wir schon im Shake Shack im Madison Square Park gegessen. Da gab es auch eine lange Schlange (lange Schlage = gutes Essen) Der Laden im Madison Square Park hatte sogar eine WebCam, damit die Mitarbeiter aus den umliegenden Büros die Schlange beobachten konnten, um einen günstigen Zeitpunkt für ihre Mittagspause zu finden.
Jedenfalls stehen wir wieder zwischen Studenten, Geschäftsleuten und Touristen in der Schlange und brauchen 55 Minuten, bis wir Essen, Trinken und einen freien Tisch haben. Aber es lohnt sich und meine Cheese Fries sind sehr lecker. Gerade noch rechtzeitig schaffen wir es ins Musical Theater, das zum Glück gleich um die Ecke ist.
| Der Times Sqare wie man ihn kennt |
Die alten Musical Theater verschwenden für Foyers etc. keinen Platz, es geht meist direkt von der Straße nur durch einen kleinen Gang direkt ins Theater. Irgendwo hinten wird noch ein Buffet reingequetscht und die Damen-Toiletten sind kaum dem Ansturm gewachsen. Wir entdecken, dass die Kaltgetränke (also auch Wein, Sekt und Bier) nur noch in Plastikbechern mit Deckeln verkauft werden, so wie “Coffee to go”. Die Gäste, die zum Teil 150$ und mehr für das Ticket bezahlt haben, schlürfen ihren Wein durch eine kleine Öffnung im Deckel. The american way of life. Egal, wir haben sowieso Wasser dabei.
Heute ist mir auch nicht so kalt wie gestern Abend. Da zog der kalte Wind direkt unter der Notausgangstür durch, die den Saal von der Straße trennt. Nach dem Ende der Show fahren wir mit der U-Bahn wieder nach China Town, laufen ins Hotel, schauen noch eine Folge “The Big Bang Theory” und fallen um 23.00 Uhr ins Bett.
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