Bedingt durch den Jetlag bin ich schon um 3.00 Uhr wach, bleibe bis 5.00 Uhr liegen und verkrümel mich noch für eine Stunde ins Bad und vertreibe mir die Zeit mit Häkeln und Lesen. Um 7.00 Uhr gehe ich nach unten, um das Frühstück zu inspizieren während Steffen aufsteht und duscht. Wie so oft in den USA ist das Frühstück nicht sehr abwechslungsreich. Es gibt Muffins, Toast, Bagels, Kellogs Cornflakes, hartgekochte Eier auf Eis, gebratene Mini Burger, Würstchen und etwas, das Rührei sein soll, Heißgetränke, Saft und zu meiner großen Freude Äpfel und Orangen. Außerdem kann man sich Waffeln (es gibt 2 Sorten Teig, nomal und “taste of the day”, das war aber immer und in jedem Hotel Blueberry) backen, die ihren Geschmack in erster Linie durch den Ahornsirup erhalten, den man darüber träufelt. Gefrühstückt wird in einem kleinem Raum und direkt in der kleinen Lobby, in der auch ein paar Tische stehen. Vor drei Jahren saß man noch in dem Raum mit der Elektroverteilung, aber inzwischen wurde hier etwas umgebaut und optimiert. Viele Gäste nehmen ohnehin ihr Frühstück mit auf das Zimmer.
Um 9.15 Uhr machen wir uns auf den Weg zum Ground Zero, um das 9/11 Memorial zu besichtigen. Die (kostenlosen) Eintrittskarten gibt es im dem dazugehörenden Museum. Dort warten schon viele Menschen in der Schlange. Zum Glück wußten wir durch unseren Besuch am Vorabend schon, wie das mit den Karten funktioniert. Deshalb hat Steffen vorher im Internet Tickets für die erste (10 Uhr) Führung reserviert, so dass wir an der Schlange vorbei gehen können. Im Museum erhalten wir dann direkt unsere Eintrittskarten und machen uns auf den Weg zum Eingang, der ein paar Straßen weiter liegt. Da auf dem Gelände des Ground Zero rund um das Memorial neue Wolkenkratzer errichtet werden, ist das Memorial noch eingezäunt und das ganze Gelände stark bewacht. Wir durchlaufen 3 oder 4 Kontrollen mit Metalldetektor und allem drum und dran. Um 10.00 können wir das Gelände betreten, das im Wesentlichen aus zwei großen Wasserbecken mit Wasserfällen (jeweils an der Stelle, an der die beiden World Trade Center Türme standen) und einem Info-Gebäude, das jedoch noch nicht eröffnet ist, besteht. Wir können uns frei bewegen und so lange bleiben, wie wir möchten.
| Ground Zero Memorial |
| Die Wasserfälle markieren die Standorte der Zwillingstürme |
| Tafeln mit den Namen der Opfer umranden die Wasserfälle |
Im Anschluß gehen wir ins Century 21. Wie immer ist das Laden knallvoll mit Menschen und Klamotten. Wir haben Reizüberflutung und finden nichts, das wir dringend kaufen müßten. Weiter geht es zu J&R, einem riesigen Elektronik Laden, verteilt auf viele Etagen und mehrere Häuser. Steffen kauft einen Kindle (eBook Reader), das zieht sich natürlich etwas hin. Ich setzte mich inzwischen in den Park gegenüber, beobachten die Leute, lese und sichte das erste Squirrel unserer Reise.
Zu Mittag gehen wir in das Restaurant „Brasserie Les Halles“ von Anthony Bourdain. Wir haben großes Glück und bekommen auch ohne Reservierung einen Tisch. Aus verschiedenen Gründen werde ich während unseres Urlaubs nicht ausschließlich vegetarisch essen. Ich möchte nicht 3 Wochen nur Pasta und Pommes essen, außerdem gehört auch die Küche dazu, wenn man ein Land kennenlernen möchte. Und schließlich würden wir noch viel länger brauchen, bevor wir uns auf ein Restaurant einigen könnten. Im Les Halles, wie der Name schon vermuten läßt (Les Halles hießen die ehemaligen Großmarkthallen von Paris) wird französisch gekocht. Und wer schon mal in Frankreich war weiß, dass das Land für Vegetarier kein Spaß ist. Das Essen ist ausgezeichnet und Steffen wird noch lange von seinem Steak schwärmen.
Danach laufen wir den Broadway hoch bis zum Union Square und machen dort eine kleine Pause, bevor wir Richtung Highline Park (der Park wurde auf einem ehemaligen U-Bahn Viadukt errichtet) laufen. Unterwegs machen wir einen kleinen Abstecher zum Chelsea Market, einer ehemaligen Backwarenfabrik, die jetzt viele kleinere Lebensmittelbetriebe und andere Geschäfte beherbergt. Kultige Bäckereien und Konditoreien sind in der Mehrheit. Und es lohnt sich, dieses Angebot einmal anzuschauen. Wir laufen auf dem Highline Park entlang bis zur 30th Straße. Dort endet er zur Zeit, aber es gibt noch einen weiteren Bauabschnitt.
| Sonnenhungrige im High-Line Park |
| Das letzte Stück der High-Line ist noch nicht fertiggestellt |
Auf dem Weg in Musical Theater kaufen wir im Food Imporium einen Snack. Um 19.00 Uhr beginnt unser Musical „Book of Mormon“. Die Show ist so begehrt, das wir schon vor Wochen von Berlin aus Tickets gekauft haben. Trotzdem konnten wir nur noch 2 einzelne Plätze zum Gesamtpreis von 330,50$ (253,80 Euro) ergattern.
Nach dem Ende der Show gehen wir über den Times Square zur U-Bahn und fahren ins Hotel zurück. Um 22.30 Uhr fallen wir k.o. in die Falle.
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