Aus der Garage um die Ecke holen wir unseren Mietwagen ab und fahren nach Downtown Miami, zum Bayside Marketplace. Wir finden einen Parkplatz mit 3 Stunden Mindestparkdauer. Am Automaten zahlen wir 9$ für 3 Stunden. Später entdecken wir auch noch ein Parkhaus direkt am Marketplace, das für Kurzparken zwar teurer, bei unserer längeren Parkdauer aber günstiger gewesen wäre.
Der Marketplace besteht aus vielen (ca. 150) kleinen Shops, die Kleidung, Schuhe, Schmuck, Zauberartikel und „touristischen Bedarf“ verkaufen, außerdem Restaurants/Food Court und Bootsanlegern. Von dort machen wir die schon erwähnte Speedboot Tour (45 Minuten, 35 $ pro Person) durch den Hafen, vorbei an den vielen kleinen Inseln, auf denen die Reichen und Schönen (?) ihre üppigen Anwesen haben und schließlich noch vor die Küste von Miami Beach. Unterwegs sehen wir auch einige Delfine. Bevor es losgeht, müssen wir noch das Formular unterschreiben, auf dem wir bestätigen, keine gesundheitlichen Probleme etc. zu haben. Die Fahrt ist wie zu erwarten recht flott, macht Spaß und saut uns und unsere Sonnenbrillen so mit Salzwasser ein, dass ich hinterher in einem Waschraum erstmal gründlich die Brillen putzen muß.
| Die Skyline von Miami vom Wasser aus gesehen |
| Das Speedboot |
| Bei voller Fahrt ist es ziemlich windig... |
Anschließend geht es wieder mit dem Auto weiter. Wir fahren Richtung Little Havanna. Auch mit GPS ist Miami eine Herausforderung. Die Straßen, Schnellstraßen und Abfahrten liegen so nah beieinander, dass wir oft raten müssen, welche Abfahrt unser Navigationssystem meint. Das mit dem Raten ist nicht immer erfolgreich. Inzwischen brauchen wir dringend eine Tankstelle. Das Navi lotst uns durch Baustellen und Nebenstraßen. Leider ist die Tankstelle geschlossen. Der zweite Versuch ist jedoch erfolgreich. Ich entspanne mich wieder. Die Umgegend sah zeitweise nicht sehr einladend aus. Und obwohl die Kriminalität in Miami in den letzten Jahren gesunken ist, gibt es für Touristen noch genug No-go Areas.
Inzwischen sind wir in Little Havanna und fahren durch die vom Reiseführer empfohlenen Straßen. Hm... Wenn etwas abgeranzt gleichbedeutend mit kubanischen Flair ist, dann haben wir den Flair gefunden. Da uns langsam der Hunger zwickt und wir kein ansprechendes Restaurant entdecken können, kaufen wir in einem Supermarkt einen großen Becher Ben&Jerrys Eis und futtern es auf dem Parkplatz auf. Weiter geht es Richtung Coral Gables, dem mondänen, im Grünen liegenden Stadtteil Miamis. Wir fahren ein bißchen herum und sehen uns auch (von außen durch den Zaun) den Venetian Pool an, ein öffentliches Schwimmbad, dass in einem Korallensteinbruch entstanden ist. Hier gibt es schöne, ruhige Wohnviertel mit hübschen, gepflegten Bungalows.
Schließlich führt uns unsere Tour nach Coconut Grove. Wir schlendern herum, shoppen ein bißchen und essen in der Cheesecake Factory zu Abend. Das Essen war ok, aber kein Highlight, dafür riesige Portionen die keinen Raum für einen Cheescake zum Nachtisch lassen. Da wir noch Zeit haben, fahren wir noch zu einem Outletcenter, finden aber nichts, was wir kaufen müßten. Gegen 22.00 Uhr sind wir wieder in Miami Beach und fahren mit dem Wagen noch etwas herum. Am Ocean Drive ist noch jede Menge los. Wir vertrauen unser Auto wieder dem Parkhaus an und trinken im Restaurant vor dem Hotel noch einen Absacker.
Das die Getränkekarte keine Preise aufwies, fiel mir zwar auf, aber ich dachte, ok Ocean Drive, ein Schnäppchen wird das nicht, aber wir sind schließlich im Urlaub und überhaupt, was soll`s. Steffen wollte zur großen Enttäuschung der Bedienung nur eine Cola und ließ sich auch zu nichts anderem überreden.
Dann kam mein Getränk. Ein vogelbadgroßer Strawberry Daiquiri. Wie sich später herausstellte, kostete er 25$ plus Tip und Tax (Steuer). Mit Steffens Cola (“nur” 4$, damit war auch klar warum die Bedienung ihm unbedingt auch einen Cocktail aufdrängen wollte) hatten später eine Rechnung über 37$. Den Alkohol konnte ich zwar geschmacklich ausmachen, aber viel kann es nicht gewesen sein. Meine Knie (die sonst Alkohol zuverlässig melden) waren völlig unbeeindruckt. Das Angebot „2 drinks for the price of one“, das es laut unseren Sitznachbarn geben sollte, war auch nicht so zu verstehen, wie man es gewöhnlich kennt. Es hätte nur für mich gegolten. Mein zweites Vogelbad hätte ich kostenlos bekommen. Aber meine Kapazitäten waren erschöpft.
Steffens Internetrecherche brachte später viele erboste Kommentare von anderen Gästen bezüglich der Cocktailpreise zu Tage. Auch Beschwerden beim Geschäftsführer blieben folgenlos: warum etwas ändern, es kämen ja täglich neue Touristen zum Abzocken.
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